> Bonsaiarbeitskreis Weserbergland - Baeume des Jahres - Speierling
Bäume des Jahres
Speierling

Baumportrait

Der Speierling
(Baum des Jahres 1993)

Sorbus domestica L.
Rosengewächse (Rosaceae)


Höhe:  15-20 Meter

 

 

 

Speierling - Baum des Jahres 1993

 

Da der Speierling zu den Rosengewächsen gezählt wird, muss davon ausgegangen werden, dass ein Alter von ca. 80 - 120 Jahren erreicht wird. Genaue Zahlen ließen sich nicht ermitteln, da die Lektüre hier sehr spärlich ausfiel. Anfang der 90er Jahre schlugen die Umweltschützer Alarm, als sie feststellten, dass in Deutschland nur noch wenige Tausende Speierlingsbäume existierten, von denen die meisten auch noch im hohen Alter waren. Jungbäume gab es nur noch einige hundert. Seit 1993 sind gottlob inzwischen mehr als eine halbe Million junger Speierlingsbäume gepflanzt worden.

Der Speierling ist ein alter Kulturbegleiter des Menschen, wie der botanische Name Sorbus domestica ("domus" gleich Haus) schon vermuten lässt. Er wuchs schon in den Gärten der Griechen und Römer, und die Mönche verbreiteten ihn nördlich der Alpen. Er wächst nur auf humosen, kalkhaltigen, durchlässigen Böden im milden Klima und kommt nur in Weinbau-Gegenden und im südlichen Niedersachsen, auf den Kalkböden Thüringens sowie in Nordrhein-Westfalen vor. Vom Aussehen her lässt er sich vom Laien kaum von der Eberesche unterscheiden und wird sicherlich häufig als Vogelbeerwildling ausgerissen. Am einfachsten lässt sich der Speierling an den Früchten erkennen, die im Spätsommer reifen. Sie befinden sich wie bei der Eberesche in Trugdolden, sehen aber nicht wie Beeren, sondern wie kleine Birnen oder Äpfel aus. Wegen des hohen Anteils an Gerbstoff wurden sie früher Apfelmost und Wein beigefügt und gaben diesen Getränken Haltbarkeit und einen speziellen Geschmack. Im Haushalt wurden die Früchte früher zur Zubereitung von Marmelade und Kompott verwendet. Die Früchte, die nicht vom Menschen geerntet wurden, waren für die Tierwelt eine Delikatesse und willkommene Winternahrung (Quelle: Oberbergische-Volkszeitung-Vermischtes)

Der Most der Früchte wird als Beigabe zum Apfelwein verwendet. Nach dem Gärprozess des Apfelmostes wird er diesem zum Klären beigefügt (das sogenannte "Stöffche". In Franken ist er als "Obstbrand" beliebt. Früher wurden die Früchte auch gern als Kompott eingeweckt.

 

Speierling - Frucht

Speierling - Blattoberseite

Speierling - historische Darstellung

Standort und Verbreitung

Der Speierling stellt einen hervorragenden Haus- und Landschaftsbaum dar, deren Vorzüge leider weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Sie entfalten sich am richtigen Standort - geeignet sind Hanglagen mit kalkreichen, nicht zu feuchten Böden - zu großen und dekorativen Bäumen, die Generationen überdauern und im Herbst durch ihre weithin leuchtende Färbung eine besondere Freude sein können. Die stattlichen Kronengerüste brauchen kaum einen Schnitt und werden selten von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht. In seinen Wärmeansprüchen ähnelt der Speierling der Weinrebe. Er ist ein Baum, der die wärmeren und tieferen Lagen der Niederungen und des Hügellandes mag.

Bonsaitauglichkeit

In der Bonsaiszene wird dieser Baum meines Wissens nicht kultiviert. Ich meine, es ist den Versuch wert, schon aufgrund der schönen Früchte und des attraktiven Laubwerks. Quitte und Zierquitte werden ja schließlich auch kultiviert.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


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