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Bäume des Jahres
Silberweide

Baumportrait

Die Silberweide
(Baum des Jahres 1999)

Salix alba L.
Weidengewächse (Salicaceae)
Höhe: 20 bis 25 Meter

Alter: 80 bis 100 Jahre (an günstigen Standorten sogar bis 200 Jahre

 

 

Silberweide - Baum des Jahres 1999

 

Die Gattung der Weiden umfasst ca. 400 Gehölzarten. Zum Teil lassen sie sich nur schwer unterscheiden, so dass selbst Botaniker in Verzweifelung geraten (starke Fähigkeit zur Bastardisierung). Schon Goethe hatte bei seinen Naturforschungen Probleme mit der Abgrenzung der Weidenarten. Er bezeichnete die so ungewöhnliche Gattung als ein „lotterhaftes Geschlecht“. Der Gattungsname Salix stammt aus dem lateinischen Wort „salire“ (= springen) und bezieht sich auf das schnelle Wachstum der Weiden. Die Silberweide ist die namengebende Art der wichtigsten Pflanzengesellschaft im Überschwemmungsbereich der großen Flüsse, dem Silberweidenwald. Die Regeneration und Neuanlage von Weichholzauenwäldern hilft, die immer häufiger vorkommenden Hochwasser einzudämmen.

 Der Baum ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Kätzchen befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Frühblühern, z.B. den Pappeln und Ulmen, erfolgt bei den Weiden die Bestäubung nicht durch den Wind, sondern durch Insekten. Für Imker ist die Weide daher ein wichtiger Baum. Die Blütezeit von April – Mai fällt mit dem Laubaustrieb zusammen. Die Samen reifen von Juni – Juli und tragen lange weiße Haare als Flughilfe.

 Weidenholz wird zur Herstellung von Holzschuhen, Hockeyschläger und Schlaghölzern wegen seiner elastischen und zähen Eigenschaften gern verwendet. Wichtiger allerdings ist die Weidenrute (Kopfweide) zur Herstellung von Flechtwerk.

Im Volksglauben wird den Weiden eine finstere Rolle zugeschrieben. Für die Germanen und Griechen war die Weide das Symbol für den Tod. Der oft hohle Baum sollte den Teufel und den Hexen als Wohnsitz dienen.

 

Silberweide - männliche Blüte

Silberweide - Blattoberseite

Silberweide - weibliche Blüte

Silberweiden im Winter

 

Standort und Verbreitung

Um eine stattliche Höhe von 25m erreichen zu können, benötigen Silberweiden frische oder feuchte bis nasse tiefgründige Böden mit viel Licht. Diese Bedingungen sind besonders entlang von Bach und Flussufern, am Rande von Teichen und Seen gegeben. In den Auewäldern wachsen sie in Gesellschaft mit Pappeln, Erlen und anderen Weiden. In Nordeuropa und im alpinen Raum wachsen Weidenarten als Zwerggehölze (Salix herbacea – kleinster Baum der Welt).

Bonsaitauglichkeit

Silberweiden als Kopfweiden gestaltet finden unter Bonsailiebhaber immer wieder großen Anklang. Weil Weiden sehr gut wurzeln kann man einen Stammabschnitt in feuchten Sand-Torfgemisch treiben lassen. Auch die Kriechweide (Salix repens u. Salix helvetica) lassen sich zu schönen Bäumen gestalten. Durch die schönen Kätzchen sehen diese besonders im Frühjahr sehr schön aus. Bitte niemals austrocknen lassen.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


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