Bäume des Jahres
Die Rosskastanie 2005

Baumportrait

Rosskastanie
(Baum des Jahres 2005)

Aesculus hippocastanum L.

Höhe: 30 - 35 Meter

 

Die Rosskastanie - Baum des Jahres 2005, in der Blüte

 

Einer der beliebtesten und bekanntesten Straßen- und Alleebäume wurde dieses Jahr durch das Kuratorium zum "Baum des Jahres" gewählt. Bereits Kinder nutzen die Früchte zum basteln und spielen.

Man spricht davon, dass sie "Viermal" im Jahr Freude bereitet: Im Winter mit ihren großen Knospen, im April beim Erscheinen der großen gefingerten Blätter, im Wonnemonat Mai mit ihrem orchideenhaften Blütenmeer und im Herbst mit den großen glänzenden Samen, den Kastanien.

In der Jugend ist die Rinde grau-glatt bis grau-braun, im Alter wird sie grob-rissig. Das Holz ist schwach rötlich und von mattem Glanz. Gerade in der jüngsten Zeit wird es gern als Parkett, eben wegen seines schönen Bildes, verwendet.

Von April bis Mai entfalten sich die stark klebrigen Knospen zu 10 - 30 cm langen Laubblätter. Nach der Laubentfaltung beginnen die aufrechten, vielblütigen Rispen heranzuwachsen. Sie wachsen dabei bis zu 30 cm aus. Die Blüten sind meist zwittrig.

Es gibt viel mehr Interessantes von der Rosskastanie zu berichten. Sie sollte nicht mit der Edelkastanie (Castanea sativa Mill.) die auf dem Weihnachtsmarkt als „heiße Maroni“ verkauft wird, verwechselt werden.
Ross-Kastanie sagt doch, dass die Früchte für Pferde gut sind. So berichtet 1557 ein kaiserlicher Arzt aus Konstantinopel seinem Kollegen nach Prag: „Häufig kommt hier eine Art Kastanie vor, die das Wort
Ross als Beinahmen hat, weil sie erkrankten Pferden, besonders bei Husten und Wurmerkrankungen Erleichterung verschafft.“ Daher eben auch der Name "Rosskastanie".

Standort und Verbreitung

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind die Berg- und Schluchtwälder des Balkans.

Erst 1557 brachten die Türken die Rosskastanie nach Konstantinopel. 1569 gelangte sie dann über Italien nach Frankreich (1615) und 1629 nach England. Nach Nordamerika gelangte die Kastanie erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

Wie schon oben erwähnt, ist die Rosskastanie mit fast jedem Standort zufrieden. Leider kämpft der Baum mit einem Schädling der ihn zwar nicht direkt umbringt - der Miniermotte. Mitte der 80er Jahre wurde in Mazedonien ein bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Kleinschmetterling, später als Miniermotte bezeichnet, entdeckt. Seine Larven leben in den Blättern der Kastanie. Anfang der 90er Jahre gab es erste Berichte über das Auftreten der Schmetterlinge in Deutschland. Inzwischen haben sich die Schädlinge deutschlandweit ausgebreitet und fressen sich genüsslich durch das Laub. Heute gilt der Larvenfraß als Hauptursache für vorzeitige Blattverfärbungen und Blattabfall bei der Kastanie. Die wirksamste und umweltfreundlichste Methode ist nach wie vor, das herab gefallene Laub schnellstens abzutransportieren oder es vor Ort mit Sand oder Gras abzudecken. So verhindert man, dass sich die Motteneier zu Larvenweiterentwickelten.

Bonsaitauglichkeit

Es sind vor allem die Bäume (80 - 120 cm) die als Gestaltungsmaßstab herangezogen werden sollten. Hier eignen sich die "frei aufrechte- u. Besenform. Unmittelbar nach dem Austrieb - dem Mausohrstadium sollten die Knospen ausgebrochen werden, so entwickeln sich danach wesentlich kleinere Blätter.

Wegen des Befalls von Miniermotte empfehlen wir das Forum auf unserer Seite - hier ist das Thema ausführlich beschrieben.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


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