> Bonsaiarbeitskreis Weserbergland - Baeume des Jahres - Linde
Bäume des Jahres
Linde

Baumportrait

Die Linde
(Baum des Jahres 1991)

Sommerlinde (Tilia platyphyllos) 
Winterlinde (Tilia cordata)

Fraxinus exelsior L.
Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Höhe: 

Winterlinde - bis 30 Meter 
Sommerlinde - bis 40 Meter

Linde - Baum des Jahres 1991

 

Nach dem 60. Jahr fängt bei Ihnen das Längenwachstum erst richtig an.

Mit  ca. 150 Jahren wird das Längenwachstum eingestellt. Danach setzt das Breitenwachstum ein. Von Linden wird gesagt, dass sie 300 Jahre wachsen, 300 Jahre stehen und 300 Jahre vergehen.

Viele alte Linden werden als "1000 jährige" Linden bezeichnet. Dies muss teilweise angezweifelt werden, da Linden kein Kernholz besitzen und deshalb von innen leicht ausfaulen. Bei vielen dieser alten Exemplare wird vermutet, dass in den "alten" Stamm ein junger Baum gepflanzt wurde. Aber dennoch gibt es sie, z.B. die Linde bei An diesen am Inn, Oberösterreich oder die etwa 1000 jährige Wolframslinde bei Kötzing in Bayern mit einem Stammdurchmesser von 5 Metern (innen total hohl). 

Aus weichen Innenseite der Borke wurde früher Bast hergestellt, bis man Raphia aus Palmen herstellte. Außerdem ist Lindenholz als sehr gutes Schnitzholz bekannt. Der Bildhauer Veit Stoß oder Tilmann Riemenschneider sind nur zwei der Berühmtheiten die mit Lindenholz herrliche Madonnen, Altäre und Krippenbilder schnitzten (Maria im Weinberg - bei Volkach, Main).

In vielen Museen sind Lanzen, Speere und Jagdspieße ausgestellt. Sie wurde alle aus dem hochelastischen, langfaserigen, bruchsicheren, äußerst biegsamen und harten Eschenholz hergestellt. Noch im Mittelalter pflanzte man deshalb gerne Eschen in der Nähe von Burgen.

Heute wird das Holz für Werkzeugstiele - und bis zur Ablösung durch die Kunststoffe - Skier und Turngeräte, verwandt.

Eschen blühen erstmals zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Aus den Seitenknospen brechen noch vor dem Blattaustrieb im April die Rispen hervor. Die Blüten besitzen weder Kelch- noch Kronenblätter, sind windblütig und zwittrig oder eingeschlechtig. Weibliche Blüten weisen einen Fruchtknoten, eine zweilappige Narbe und 2 spatelförmige Stamnodien (unfruchtbare Staubblätter) auf. Die Staubblätter öffnen sich erst 2-4 Tage nach ausreifen der Narben. So wird eine Selbstbestäubung ausgeschlossen.

Linde - Blüte

Linde - Blattoberseite

Standort und Verbreitung

Auf gut mit Nährstoffen versorgten luftigen Böden. Anders als ihre Bezeichnung vermuten lässt, steigt die Sommerlinde in Gebirgen höher als die Winterlinde. Sehr oft wurde die "Sommerlinde" in der Dorfmitte als Baum der Rast und der Besinnung gepflanzt.

Bonsaitauglichkeit

Durch ihr schnelles Wachstum in der Jugend erzielt man gute, ansehnliche Bäume in recht kurzen Zeiträumen. Allerdings sollte man die Schnittstellen gut versorgen (Fäulnisgefahr). Die langen Internodien müssen unbedingt innerhalb einer Wachstumsperiode eingekürzt werden, da sonst die Schnittstellen zu gravierend sind. Durch einen Blattschnitt im Mai erzielt man bei kräftigen Pflanzen ein einigermaßen kleines Blatt. An kargen Standorten lassen sich immer wieder schöne Yamadoris finden, die dann bizarrer als Baumschulpflanzen ausfallen.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


Top zurück

|| Home | News | über uns | Events | Galerie | Bäume | Termine |
|Links | Forum | Gästebuch | AwardClose ||