> Bonsaiarbeitskreis Weserbergland - Baeume des Jahres - Eibe
Bäume des Jahres
Eibe

Baumportrait

Die Eibe
(Baum des Jahres 1994)

Taxus baccata L.. (geschützt)
Eibengewächse (Taxaceae)


Höhe:  bis 20 Meter 

 

Eibe - Baum des Jahres 1994

 

Eiben können bis zu 1000 Jahre alt werden da sie ein relativ langsames Wachstum haben. In der Bretagne und trifft man auf diese "Metusalems". Alle Pflanzenteile enthalten das giftige "Taxin" Bis auf die rote Beere "Arillus" welche nach der Samenreife von August bis Oktober in England als Marmelade verarbeite wird. Der Geschmack der schleimigen Frucht ist süßlich. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Kern der Frucht - wie alle anderen Pflanzenteile - ebenfalls hochgiftig ist. 

Bereits vor etwa 150.000 Jahren wurde Eibenholz für die Herstellung von Waffen verwendet. Aufgrund der Härte des Holzes, durch das langsame Wachstum und der gleichzeitigen Elastizität wurden daraus Armbrüste, Lanzen, Bögen und Pfeile hergestellt. Einige gallische Stämme benutzten Eibensaft, um Lanzen- und Pfeilspitzen zur tödlichen Waffe werden zu lassen.

Die Eibe galt schon im Altertum als Todessymbol. Sie wurde verehrt und gefürchtet. Weit verbreitet war der alte Volksglaube, dass man mit aus Eibenholz gefertigte Amulette unreine Geister vertreiben oder ausräuchern könne. Vor Eiben kann kein Zauber bleiben. Bis tief in die Neuzeit hielt sich auch der Aberglaube, dass ein mit magischen Zeichen versehener Eibenstab gegen Tollwut helfen solle. Wer von einem infizierten Hund gebissen wurde, musste als Gegenmittel Brot essen, in das zuvor diese Tollhölzer eingedrückt worden waren.

Die Eibe blüht von März bis April. Die Samen sind bis zur Reife - erst grün später rot - noch giftig.

Eibe - Frucht (Arillus)

Stamm - alte Eibe

Eibe - Frucht

Eibe - Jungtriebe

Standort und Verbreitung

In Europa, Kleinasien bis Persien, Kaukasus und in Nordafrika; nur gelegentlich größere Bestände bildend. Durch die gärtnerische Vermehrung, in zahlreichen Zuchtformen erhältlich. In der freien Natur eher heute selten (deshalb auch geschützt). Die Eibe bevorzugt frische bis feuchte, kalkhaltige Böden in Tieflagen und Mittelgebirgen. Sie bildet ein tiefreichendes Wurzelsystem aus. 

Bonsaitauglichkeit

Die Eibe ist durch Ihre gute Schnittverträglichkeit in Bonsaikreisen sehr beliebt. Auch größere Jin und Shariarbeiten werden gut vertragen. Alle Gestaltungsformen sind möglich, nicht zuletzt durch ihre gute Biegsamkeit. An kargen Standorten findet man gute Yamadori, die durch meist durch Wildverbiss entstanden sind (Jungtriebe bzw. Jungpflanzen werden von Rehwild geäst und das, obwohl die gesamte Pflanze - bis auf das rote Fruchtfleisch - als hoch giftig für Menschen eingestuft wird.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


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