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Bäume des Jahres
Wildbirne

Baumportrait

Die Wildbirne
(Baum des Jahres 1998)

Pyrus pyraster L.
Rosengewächse (Rosaceae)

Höhe: bis 20 Meter
Alter: bis 150 Jahre

 

 

 

Wildbirne - Baum des Jahres 1998

 

Der Wildbirnenbaum ist in den Wäldern Europas selten geworden. Echte Wildbirnen gelten unter Fachleuten als botanische Raritäten. Sie können bis über 20 m hoch werden. Sie besitzt eine tiefreichende Pfahlwurzel und hat im Gegensatz zur Kulturbirne zahlreiche verdornte Kurztriebe. Bei uns gibt es zwei Unterarten, die sogenannte „Knödelbirne“ (ssp. pyraster) mit runden Früchten, und die Holzbirne im engeren Sinne (ssp. achras) mit langgezogenen, typischen Birnenfrüchten. Mit einem erreichbaren Alter von 100 bis 150 Jahren besitzen sie eine höhere Lebenserwartung als die meisten anderen fruchttragenden Gehölze.

 Die Frucht der Wildform ist ähnlich dem Holzapfel extrem herb und wirkt aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes zusammenziehend. Sie ist erst im teigigen Zustand genießbar. Der Kulturapfel stammt nicht vom Wildapfel ab. Unsere heimische Holzbirne hingegen zählt zusammen mit verschiedenen südosteuropäischen Wildformen zu den direkten Vorfahren der Kulturbirne.

Der erste Fossilfund, der wegen seiner Fruchtgröße (4x21mm) eindeutig als Kulturbirne bezeichnet werden kann, stammt aus der Bronzezeit (1900-600 v.Chr.) und wurde am Bodensee (Pfahlbau Brodman) gemacht. Den Holzbirnen sagte man nach, sie seien die Wohnstätte von Dämonen und Hexen welche die Rinde des Baumes in der schwarzen Magie benutzten. Als eine der ersten Aufgaben galt es Birnen in Mäuse zu verwandeln. Später mussten sie sich selbst in eine Birne verzaubern.

 

Wildbirne - Früchte

Wildbirne - Blüte

Wildbirne - Blattoberseite

Wildbirne im Winter

 

Standort und Verbreitung

Wildbirnen kommen an sonnigen Hecken und lichten Mischwäldern vor. Sie steigen in den Alpen bis auf etwa 900m hoch. Relativ große, 100-jährige Exemplare kann man in den Auwäldern des Rheins bestaunen. Bis 18m hohe Bäume mit einem Stammumfang bis 270cm trifft man dort in der Gemarkung Hördt im Waldort Gerhardskies (Forstamt Bellheim).

Bonsaitauglichkeit

Aus abgemoosten Zweigen, die eine gute Anordnung der Äste aufweisen, kann man gute Ergebnisse erzielen (siehe hierzu Bonsai Clubheft Nr. 78 Seite 51). Wie oben schon erwähnt, hat die Holzbirne eine lange Pfahlwurzel, dass erschwert das Sammeln aus der Natur erheblich. Gute Baumschulpflanzen sind selten. Also bietet sich als beste Alternative das Abmoosen an.

Quellen:
Mythos Baum - Doris Laudert/BLV
Bäume u. Sträucher - Godet/Weltbild Verlag


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